Geschichte des Frankenburger Würfelspieles
Als im Mai 1625 - zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges - in Frankenburg ein römisch katholischer Geistlicher eingesetzt werden sollte, kam es zum bewaffneten Aufstand der seit vielen Jahren evangelischen Bürger und Bauern.
Diese Rebellion wurde jedoch nach drei Tagen wieder aufgegeben, da der bayerische Statthalter Adam Graf von Herberstorff "Gnade" versprach, falls die Aufständler ohne Wehr und Waffen zum Haushamerfeld kommen. Diese "Gnade" war jedoch schrecklich: 36 Ausschußmänner mußten paarweise um ihr Leben würfeln. Die Hälfte von ihnen fand den Tod durch den Strick. Dieses grausame Ereignis war Auftakt zu den oberösterreichischen Bauernkriegen.
Seit 1925 spielt die Würfelspielgemeinde Frankenburg ein Stück nach einem Schauspiel von Karl Itzinger, überarbeitet von Franz und Michael Neudorfer, das dieses markante Geschehen in der Geschichte des Ortes zum Inhalt hat.
Alle zwei Jahre wird in den Sommermonaten längst Vergangenes wieder lebendig: Die farbenprächtige, dramatische Inszenierung unter freiem Himmel, die herrliche Naturkulisse und nicht zuletzt die unverfälschte Spielfreude der über 400 Frankenburger Laiendarsteller bescheren den Besuchern ein unvergessliches Erlebnis. Auf keiner anderen Sommerbühne ist Schauspiel so authentisch, so eng mit den Wurzeln der Mitwirkenden Verbunden wie hier. Es zeigt anschaulich, wohin Fanatismus und Intoleranz führen können. Das "Frankenburger Würfelspiel" ist mehr als nur ein Theater, es ist ein Stück Geschichte.



